Hoffentlich wird sich Ihr Hund nie ernsthaft verletzen, aber da er ein hohes Energieniveau hat, muss er ab und zu ein paar Kratzer bekommen, daher ist es nützlich, Kenntnisse über grundlegende Erste Hilfe zu haben.

Verbrennungen

Wenn Ihr Hund durch heißes Wasser, Öl, Chemikalien oder Eis verbrannt wird, muss er sofort behandelt werden. Kleinere Verbrennungen können zu Hause behandelt werden – reinigen Sie den betroffenen Bereich einfach mit einem milden Antiseptikum und tragen Sie eine beruhigende Creme oder ein Gel wie Aloe Vera auf. Schwere Verbrennungen erfordern tierärztliche Hilfe. Bringen Sie Ihren Hund daher sofort zum Tierarzt.

Schnitte und Wunden

Hunde können besonders an den Füßen an Schnitten oder Wunden leiden, wenn sie auf etwas Scharfes wie Glasscherben laufen. Reinigen Sie in diesem Fall den betroffenen Bereich mit einem Desinfektionsmittel und legen Sie gegebenenfalls einen Verband an. Fragen Sie Ihren Tierarzt, wenn Sie die Blutung nicht stoppen können oder die Wunde schwer ist.

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Der Hund wird gebissen

Wenn Ihr Hund das Pech hat, von einem anderen Hund gebissen zu werden, lohnt es sich immer, ihn vom Tierarzt untersuchen zu lassen. Vereinbaren Sie einen Routinetermin, wenn der Biss oder die Bisse gering sind, und stellen Sie sicher, dass Ihr Haustier als Notfall angesehen wird, wenn es schwerwiegend ist und vor allem dann,  wenn Ihr Verdacht besteht, dass Ihr Hund von einem wilden oder streunenden Tier gebissen wurde, um schwere Krankheiten wie Tollwut auszuschließen.

Ohrenprobleme

Die Ohren Ihres Hundes sollten innen eine glänzende, blassrosa Farbe haben und frei von Wachs oder Ausfluss sein. Sie sollten nicht unangenehm riechen. Wenn Sie ein Ohrenproblem vermuten, wenden Sie sich immer an einen Tierarzt.

Augenprobleme

Wenn Ihr Hund Probleme mit den Augen hat, wie z. B. Kratzer oder Bindehautentzündung, sollten Sie Ihren Tierarzt konsultieren. Wenn Sie können, verhindern Sie, dass er sich die Augen reibt.

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Hitzschlag

Dies tritt am häufigsten bei heißem Wetter auf, wenn Hunde ohne ausreichende Belüftung in Autos gelassen werden. Die Körpertemperatur steigt dramatisch an. Zu den ersten klinischen Symptomen gehören übermäßiges Keuchen und offensichtliche Beschwerden, die jedoch schnell zu Koma und Tod führen können.

Reduzieren Sie die Körpertemperatur des Haustieres so schnell wie möglich mit kaltem Wasser und halten Sie den Hund während des Transports zum Tierarzt feucht. Halten Sie die Autofenster offen, da durch Verdunstung die Körpertemperatur gesenkt wird. Vermeiden Sie die Verwendung von Eis oder Eiswasser, da dies die Temperatur zu schnell senken und zusätzliche Komplikationen verursachen kann.

Gibt es noch Lebenszeichen?

Eine schnelle Beurteilung, ob das Haustier noch lebt und somit eine Reanimation (Wiederbelebung) möglich ist, kann sein Leben retten. Für einen bereits eingetretenen Tod sprechen die Totenblässe, die beim Hund am besten auf den Schleimhauten zu erkennen ist, die sogenannte Totenkälte (sie beginnt an den Beinen, Ohren oder am Schwanz und breitet sich dann auf den restlichen Körper aus), sowie das Totenauge (das Auge verliert seinen Glanz).

Vorsicht: Blasse Schleimhäute und kalte Extremitäten können aber auch Anzeichen für einen Schock sein!

Erste-Hilfe- Box

Für Notfälle sollten Sie immer ein paar grundlegende Dinge bereithalten: Baumwollbinden, Watte oder Flusen zur Wundreinigung (mild Haustier geeignet) antiseptisch Wunden zu waschen und eine Pinzette zum Entfernen von Stichen oder Gegenständen aus dem Mund oder von der Haut.

Puls

Den Puls des Hundes ertasten Sie auf der Innenseite des Oberschenkels im oberen Drittel. (Hunde haben keinen leicht fühlbaren Halsschlag). Er ist nicht zwingend gleichzusetzen mit der Herzfrequenz. Das Herz kann schlagen, ohne jedoch die Kraft aufzubringen, Blut bis in die Peripherie (die „Außenbezirke”) des Körpers zu pumpen.

In diesem Fall ist die Pulsfrequenz niedriger als die Herzfrequenz, oder ein Puls ist nicht mehr zu ertasten, trotz vorhandenem Herzschlag.

Dafür liefert der Puls wichtige Informationen über die Funktionalität und Integrität des Blutkreislaufs.

Körpertemperatur

Die Körpertemperatur messen Sie mit einem normalen (am besten digitalen Kinder-) Thermometer, indem Sie dieses behutsam in den After einführen, nachdem Sie die Spitze mit etwas Öl oder Creme versehen haben.

Schock

– eine kalte Körperoberfläche
– ein pochender, schneller Puls und eine schnelle Atmung
– eine verlängerte kapillare Rückfüllungszeit; blasse, helle Schleimhäute

Diagnose

– Fühlen der Körpertemperatur an unbehaarten Bereichen
– Ertasten des Herzstoßes an der seitlichen (linken) Brustwand
– Ertasten der Pulswelle
– Bestimmung der kapillaren Rückfüllungszeit

Weitere Anzeichen

– eine erhöhte Atemfrequenz
– reduzierter oder kein Harnabsatz, evtl. sehr dunkler, konzentrierter Urin, evtl. blutig
– Apathie (Teilnahmslosigkeit)
– plötzlich auftretender, starker Juckreiz, Unruhe und evtl. Nesselsucht

Maßnahmen

Bei Verdacht auf einen Schock ist es dringend erforderlich, so schnell wie möglich einen Tierarzt aufzusuchen. So kann dem Patienten möglicherweise das Leben gerettet werden. Halten Sie den Hund warm (wickeln Sie ihn in eine Decke o.Ä.) und versuchen Sie, ihn so ruhig wie möglich zu halten.

Der Schock

Schock ist eine komplexe systemische oder Ganzkörperreaktion auf eine Reihe von Notfallsituationen. Dazu gehören schwere Traumata, Blutungen oder plötzlicher Blutverlust, Herzinsuffizienz und andere Ursachen für eine verminderte Durchblutung (z. B. schwere und plötzliche allergische Reaktionen und Hitzschlag). Ein lebensbedrohlicher Blutdruckabfall ist ein gefährlicher Teil des Schocks.

Der Schock im medizinischen Sinn ist ein absolut lebensgefährlicher und -bedrohlicher Zustand, bei dem es zum Zusammenbruch des gesamten Kreislaufsystems kommt!

Mögliche Ursachen

  • Flüssigkeitsverluste z. B. durch Blutungen, (Brech-) durchfälle
  • Allergische Reaktionen/Anaphylaxie (anaphylaktischer Schock)
  • Herzerkrankungen
  • Infektionserkrankungen
  • Hormonstörungen und Stoffwechsel-erkrankungen
  • Vergiftungen
  • Überhitzung/Unterkühlung

Anlegen einer Maulschlaufe

Auch der liebste Hund kann bei Schmerzen reflexartig zubeißen. Um einen Hund auf Schmerzen oder Verletzungen zu untersuchen, hindern Sie ihn durch Anlegen eines Schnauzenbandes (Maulschlaufe) daran, zu beißen.
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Lagerung und Transport des verletzten Hundes

Der einfachste und sicherste Weg, einen verletzten großen Hund zu bewegen, ist die Verwendung einer Trage. Jeder feste, flache Gegenstand, auch ein breites Holzbrett, kann verwendet werden, wenn der Hund sicher gesichert werden kann. Vermeiden Sie es, den Hals und / oder den Rücken des Hundes zu verdrehen.

Legen Sie den verletzten Hund auf die (am besten rechte) Seite, um eine Untersuchung und/oder Wiederbelebung zu ermöglichen. Der Hals sollte gestreckt sein. Besteht der Verdacht auf Rippenfrakturen, lagern Sie den Hund auf die Seite der gebrochenen Rippen! Auf diese Weise kann die unverletzte Seite des Brustkorbes besser arbeiten und die Atmung aufrecht erhalten werden.

Brüche sollten, falls möglich, geschient werden. Offene Wunden sollten immer nach oben zeigen, um diese nicht weiter zu verschmutzen und Schmerzen zu vermeiden. Legen Sie ein zur Not improvisiertes Polster unter den Kopf des Hundes.

Transport

Für den Transport eignet sich eine Trage. Diese kann auch mit einem Brett, einer Decke oder Ähnlichem improvisiert werden. Idealerweise verwenden Sie eine harte Unterlage, damit die Wirbelsäule möglichst gerade bleibt.

Falls möglich, sichern Sie den Hund (Gürtel, Leine etc.). Große Hunde möglichst auf eine Decke legen und zu zweit transportieren.

Was sollte in einem Notfall-Hundekit enthalten sein?

Gilt für Hunde und Katzen

  • Wichtige Papiere: Impf- und Krankenakten sowie Notrufnummern
  • Wasserstoffperoxid (Desinfektionsmittel)
  • Antibiotika-Salbe
  • Gaze, Schere, Klebeband, Gummihandschuhe
  • Feucht- oder Pflegetücher
  • Ein Handtuch oder eine Decke
  • Zusammenklappbare Reisefutter- und Wasserschalen
  • Wasser und kleine Päckchen mit Lebensmitteln oder Leckereien

ABC der Wiederbelebung

1. Atmung

Verwenden Sie eine Stoppuhr oder eine Uhr, die die Zählung in Sekunden anzeigt, um die Atemfrequenz Ihres Hundes zu messen. Zählen Sie, wie oft sich die Brust Ihres Hundes in 15 Sekunden hebt, und multiplizieren Sie sie mit vier, um die Atemzüge pro Minute zu erhalten.

Kontrollieren Sie die Atmung: Eine angestrengte Atmung, rasselnde, schnorchelnde oder pfeifende Geräusche deuten auf eine Verlegung (Verstopfung) der Atemwege hin. Kontrollieren Sie die Nasenlöcher und das Maul (Rachen). Stellen Sie sicher, dass diese frei von Fremdkörpern, Blut oder Erbrochenem sind.

Bewusstlosigkeit

Ohnmacht bei Hunden wird typischerweise auf eines von zwei Hauptproblemen zurückgeführt: neurologische (z. B. Gehirn oder Rückenmark) oder kardiale (z. B. Herzrhythmusstörungen usw.). Neurologische Probleme können sein: Anfälle

Ist der Hund bewusstlos, ziehen Sie die Zunge heraus und kontrollieren Sie den Eingang zum Kehlkopf. Entfernen Sie auch hier Erbrochenes, Blut oder Schleim. Findet keine selbstständige Atmung statt: Beatmen Sie!

Die kardiopulmonale Wiederbelebung bei Hunden umfasst Brustkompressionen mit oder ohne künstliche Beatmung. Es wird normalerweise verwendet, wenn Sie den Herzschlag des Hundes nicht fühlen oder hören können und der Hund nicht mehr atmet.

2. Beatmen

Legen Sie Ihre Hand über die Schnauze des Hundes und stellen Sie sicher, dass der Mund vollständig geschlossen ist. Als nächstes legen Sie Ihren Mund über die Nasenlöcher des Hundes und blasen Sie sanft, wobei Sie darauf achten, dass sich die Brust hebt und ausdehnt.

Dann pressen Sie mit den Händen den Brustkorb (Sie ertasten die Rippen) des Hundes zusammen, sodass die Luft entweicht. Sobald Sie die Hand heben, dehnt sich der Brustkorb und Luft gelangt in die Lungen.

Diese ist abhängig von der Größe des Hundes. Daher immer nur so viel Luft und so lange einblasen, bis sich der Brustkorb hebt. Die Frequenz sollte bei beiden genannten Techniken ungefähr alle 4-6 Sekunden bei kleineren und alle 6-8 Sekunden bei größeren Hunden betragen.

3. Circulation (Kreislauf)

Überprüfen Sie den Herzschlag durch Abhören oder Fühlen des Herzspitzenstoßes (an der linken Brustwand). Falls dieser nicht vorhanden ist, beginnen Sie mit der „klassischen” externen Herzmassage! Hierbei werden Brustkompressionen mit starken, festen und rhythmischen Bewegungen durchgeführt. Hierfür werden nur die Handflächen verwendet.

Drücken Sie mehrmals hintereinander mit den Handflächen wie beim Menschen auf die Herzgegend hinter dem Ellenbogen auf der linken Brustwand.

Halten Sie Ihre Ellbogen im Idealfall gut gestreckt und beugen Sie sie nicht, während Sie einem Hund eine Herzmassage geben.

Bei kleinen Hunden und Katzen wird empfohlen, drei Atemzüge mit zehn Kompressionen durchzuführen. Bei mittleren und großen Hunden werden mindestens fünf Atemzüge mit 15 Kompressionen durchgeführt.

Das heißt, die Frequenz sollte 1-2 Pumpstöße pro Sekunde je nach Größe des Hundes betragen. Herzmassage und Beatmen sollten sich im Idealfall abwechseln.

Zwischendurch kontrollieren Sie, ob Spontanatmung und Herzschlag zurückgekehrt sind.

Blutungen stillen und versorgen

Bei einer kleinen Bisswunde, Schürfwunde oder einem Krallenabriss verliert das Tier wenig Blut und es genügt etwas kaltes Wasser und eine Wundabdeckung oder ein leichter Verband, um diese Blutung zu stillen.

Direkter, sanfter Druck ist die am meisten bevorzugte Methode, um äußere Blutungen zu stoppen. Legen Sie dazu eine Kompresse aus sauberem Tuch oder Mull direkt über die Wunde Ihres Hundes, üben Sie einen festen, aber leichten Druck aus und lassen Sie ihn gerinnen.

Innere Blutungen

Innere Blutungen lassen sich vermuten, wenn etwa nach einem Trauma, wie einem Unfall, oder generell sehr plötzlich der Hund schlapp, träge und teilnahmslos ist, blasse Schleim-häute zeigt und/oder Blut aus den Körperöffnungen (Nase, Maul, Scheide, After) austritt!

Auch eine plötzliche Zunahme des Bauchumfanges ist ein ernst zu nehmender Hinweis z.B. auf die Ruptur eines Organs in der Bauch-höhle. Puls und Herzschlag können deutlich schwach und die Atmung verringert sein.

Bei einem entsprechenden Verdacht behandeln Sie gegebenenfalls lebensbedrohliche Krankheitszeichen zuvor und suchen Sie daraufhin so schnell wie möglich den nächsten Tierarzt auf. Kündigen Sie den Besuch an!

Versorgung

Sickerblutungen werden am besten mit einer antiseptischen Lösung gesäubert und verbunden. Meist genügt ein normaler Verband. Kleine venöse Blutungen bekommt man mit kaltem Wasser (Reinigen der Wunde) und einem Verband meist ebenfalls problemlos in den Griff.

Stärkere venöse Blutungen sowie Schlagaderblutungen werden vorsichtig gereinigt (kein Wasser, da die Blutung sonst länger anhält) und bis zum Besuch beim Tierarzt mit einem Druckverband versorgt.

Arterielle Blutungen können darüber hinaus das Abbinden der entsprechenden Extremität erfordern. Grundsätzlich sollte oberhalb der Wunde, aber möglichst dicht an ihr, abgebunden werden. Verwenden Sie, was immer zur Hand ist, vermeiden Sie aber alles, was ein-schneiden könnte. Auch ein Gürtel kann hier dienen.

Vorsicht: Nicht länger als 15 bis maximal (!) 30 Minuten abbinden, sonst droht die Gefahr, dass Gewebe abstirbt! Prinzipiell sollte jede Blutung im Anschluss an die Erstversorgung je nach Schwere innerhalb von Minuten bis Stunden, aber auf jeden Fall am gleichen Tag tierärztlich versorgt werden.

Eine gut gereinigte Wunde heilt erheblich schneller, wenn sie (ab einer bestimmten Ausdehnung/Tiefe) durch Klammern oder mittels einer Wundnaht verschlossen wird. Die Chancen einer Wundinfektion werden erheblich reduziert, wenn eine antibiotische Behandlung durchgeführt wird. Dies sollte grundsätzlich nach einer eingehenden Untersuchung vom Tierarzt entschieden werden.

Blutergüsse

Blutergüsse, die sich in Form von meist schmerzhaften Schwellungen mit eventuell zu ertastender Flüssigkeitsansammlung darstellen, können durch das Auflegen von Cold-Packs oder sonstiger kühlender Auflagen versorgt werden; oft kommt somit auch gleich die Blutung zum Erliegen.

Im Notfall richtig handeln

Die wichtigste Priorität lautet: Bewahren Sie bitte einen kühlen Kopf. Sichern Sie, falls es sich um einen Unfall im Straßenverkehr handelt, den Unfallort! Verletzt können Sie Ihrem Hund nicht mehr helfen. Schützen Sie sich, andere Verkehrsteilnehmer und Ihren Hund.

Beobachten Sie den Hund zunächst aus der Distanz. Sind Atembewegungen zu sehen? Stellen Sie fest, ob er bei Bewusstsein ist oder nicht. Reagiert er auf Zurufe oder In-die-Hände-Klatschen? Falls nicht, reagiert er auf Schmerzreize wie Kneifen in die Zehen?

Abläufe im Notfall

  • Ruhe bewahren!
  • Sich schützen, den Hund sichern!
  • Den Zustand des Hundes feststellen, gegebenenfalls Reanimation!
  • Erst im Anschluss kleinere Verletzungen versorgen!
  • Den Tierarzt verständigen!
  • Den Transport vorbereiten!
  • Vorsichtig transportieren!

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